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    Wunsch- und Wahlrecht – eine Argumentationshilfe

    Als Leistungsberechtigter steht Ihnen das Recht zu, zwischen unterschiedlichen Einrichtungen wählen zu dürfen. Dabei müssen Rehabilitationsträger das sogenannte Wunsch- und Wahlrecht der Versicherten beachten, sofern diese nachvollziehbare Gründe anbringen können.



    Beeinflussen Einzelfallentscheidungen das Wunsch- und Wahlrecht?

    Die Kostenträger müssen bei ihrer Ermessensentscheidung mehrere Faktoren berücksichtigen, die sich letztlich auf die Einzelfallentscheidung auswirken.

    Zum einen müssen die medizinischen Erfordernisse beachtet werden, zum anderen müssen sie die Bedürfnisse und Wünsche des Versicherten berücksichtigen. Letztendlich darf das Wirtschaftlichkeitsgebot nicht dazu führen, dass die berechtigten Wünsche des Versicherten mit Verweis auf dieses Gebot missachtet werden. Auch spezielle Kooperationen zwischen dem jeweiligen Träger und einzelnen Kliniken dürfen nicht dazu führen, dass Versicherte nur innerhalb dieser Kooperation ein Wunsch- und Wahlrecht zugestanden wird.



    Welche medizinischen Gründe können angeführt werden?

    Sollten medizinische Gründe für die letztendliche Wahl einer Rehabilitationseinrichtung entscheidend sein, müssen die Wünsche des Patienten vom Kostenträger berücksichtigt werden. Ist dies der Fall, ist das sogenannte Auswahlermessen der Krankenkasse hinfällig. Patienten haben demnach Rechtsanspruch auf die Behandlung in einer bestimmten Klinik.

    Die medizinischen Gründe können sehr vielfältig sein, im Folgenden sind einige Beispiele genannt, die angeführt werden können:

    • Medizinisches Konzept: Falls eine bestimmte Klinik ein medizinisches Konzept anbietet, welches einem Behandlungserfolg zuträglich ist, kann dies als Begründung gelten.
    • Spezifische Therapien: Diese müssen zu einem Rehabilitationserfolg beitragen können.
    • Medizinisches Gesamtkonzept: Dabei werden potenzieller Erfolg und Wirtschaftlichkeit des Konzepts einer Klinik beurteilt.
    • Multimorbidität: Falls die Therapie die Zusammenarbeit mehrerer Fachabteilungen erfordert, kann dies die Wahl einer Klinik begründen.
    • Wohnortnähe bzw. Wohnortferne: Für eine Klinik in Wohnortnähe spricht eine Besuchsbedürftigkeit des Patienten, aber auch eine begrenzte Transportfähigkeit. Bei einem notwendigen Abstand zu Angehörigen, aber auch dem Bedürfnis nach einem bestimmten Klima, kann eine Klinik mit Distanz zum Wohnort gewählt werden.
    • Barrierefreiheit: Diese kann durch die mögliche Einschränkung des Versicherten begründet werden.
    • Struktur- oder Prozessqualität: Diese können für den jeweiligen Einzelfall als Grund angeführt werden, um einen Rehabilitationserfolg zu gewährleisten.


    Welche persönlichen Beweggründe können angeführt werden?

    Neben medizinischen Gründen können auch persönliche Beweggründe für die Wahl eine Klinik angeführt werden. Sind diese angemessen bzw. berechtigt, müssen sie vom Kostenträger berücksichtigt werden. Beispielhafte Gründe sind:

    • Besondere und persönliche Lebensumstände: Diese umfassen das Geschlecht, das Alter, die Religion …
    • Vorhandensein von muttersprachlichen Therapieangeboten: Falls der Versicherte nicht Deutsch spricht, kann dies als Begründung für eine Klinik angeführt werden.
    • Örtliche Verhältnisse: Diese betreffen die bereits erwähnte Wohnortnähe bzw. Wohnortferne einer Klinik.
    • Erfahrungen mit der Wunschklinik: Bestehende Erfahrungen des Versicherten mit der Klinik können einen Wahlgrund darstellen.


    Wann tritt eine Mehrkostentragung für den Versicherten ein?

    Das Sachleistungsprinzip besagt, dass die Rehabilitationsleistung vom jeweiligen Träger übernommen werden muss. Dies wird durch die vertragliche Beziehung zwischen Träger und Rehabilitationseinrichtung begründet. Der Kostensatz, der in dieser Vertragsvereinbarung festgelegt wird, wird gegenüber der Krankenkasse abgerechnet.

    Für Mütter und Väter besteht, neben dem Wunsch- und Wahlrecht, keine weitere Möglichkeit, sich eine Klinik für Rehabilitationsleistungen auszusuchen. Aus diesem Grund fallen für die Versicherten bei diesen Leistungen keine Mehrkosten an.



    Wie kann das Wunsch- und Wahlrecht durchgesetzt werden?

    Falls das Wunsch- und Wahlrecht des Versicherten von den Kostenträgern nicht berücksichtigt wird, kann dieser dagegen Einspruch einlegen. Jeder zweite Widerruf in Deutschland ist erfolgreich. Ihre Erfolgsaussichten sind also sehr gut.

     

    Zusatzantrag

    Nutzen Sie Ihr Wunsch- und Wahlrecht für die Johannesbad Fachklinik, Gesundheits- & Rehazentrum Saarschleife!
    Dafür stellen wir Ihnen HIER den Zusatz zu Ihrem Antrag auf Rehabilitation oder Anschlussheilbehandlung zur Verfügung.